Das Computerspiel des Monats
Gothic II ist der zweite Teil der bislang dreiteiligen Gothic-Computerspieleserie des Entwicklers Piranha Bytes. Das Spiel wurde 2002 für PC/Windows-Systeme veröffentlicht. Mit der 2003 erschienenen Erweiterung Die Nacht des Raben wurde das ursprüngliche Spiel um weitere Inhalte ergänzt. Dazu war jedoch ein Neubeginn im Spiel erforderlich.
Die Handlung (Story)
Gothic II knüpft nicht ganz nahtlos an den ersten Teil an. Im ersten Teil steigt der Held aus dem Schläfertempel nach oben, während er im zweiten Teil im Tempel verschüttet wird. Nach dem Fall der magischen Barriere versuchen die ehemaligen Gefangenen aus dem Minental zu fliehen und die Erzproduktion kommt zum Erliegen. Die Situation im Königreich Myrtana spitzt sich zu und König Rhobar II. befiehlt seinem obersten Paladin Lord Hagen, ein Schiff und 100 seiner besten Männer zu nehmen, nach Khorinis zu segeln und die Insel nicht eher zu verlassen, als bis der Laderaum des Schiffes mit magischem Erz gefüllt sei. Nach der Ankunft übernehmen die Paladine zunächst die Herrschaft über die Hafenstadt Khorinis vom Statthalter Larius und lassen sich im oberen Viertel der Stadt nieder, ansonsten liegen ihre Ziele im Dunkeln. Die Umgebung der Stadt ist wegen der umherstreunenden ehemaligen Sträflinge nicht mehr sicher. Doch auch die Orks kommen aus dem Minental und in Khorinis wird die Angst vor einem Orkangriff immer größer. Da keine Handelsschiffe mehr in Khorinis anlegen, seit der Krieg in Myrtana tobt, geht der Stadt langsam die Nahrung aus. Die Stadtmiliz presst die Bauern immer stärker aus und schüchtert diese ein. Dies führt zu einem Bauernaufstand, da sich die Bauern unter der Führung des Großbauern Onar weigern, der Stadt weiterhin Abgaben zu zahlen. Onar hat einige Söldner unter der Führung des verbannten Generals Lee aus der ehemaligen Gefängniskolonie angeheuert, um sich vor der Stadtmiliz zu schützen. Ferner häufen sich die Diebstähle in der Stadt und es werden Gerüchte über eine Diebesgilde laut.
Der dunkle Magier Xardas spricht von einer neuen Bedrohung, der es die Stirn zu bieten gilt. Der Held sei der Auserwählte, der mit Hilfe eines mächtigen Artefaktes, dem Auge Innos’, die Bedrohung aufhalten könne. Doch bis der Spieler das Artefakt erhält, ist es ein weiter Weg. Denn zunächst beginnt man das Spiel als schwacher Kämpfer, da der Held des ersten Teils dem Tode nur knapp entronnen ist und als Preis für seine Rettung den größten Teil seiner Fähigkeiten verloren hat.
Die Spielwelt
Gothic II spielt auf der gesamten Insel Khorinis. Das Minental des ersten Teils ist nur ein kleines Gebiet auf der Insel. Im Gegensatz zum, durch die Orkherrschafft und die Drachen, verödeten Minental ist der Hauptteil der Insel von einer dichten Vegetation bedeckt.
Ein Großteil der Inselbevölkerung bewohnt die befestigte Hafenstadt Khorinis, die sich im Westen der Insel befindet. Sie ist gegliedert in das Hafenviertel, in dem ärmere Menschen leben, die Unterstadt, wo die Handwerksmeister und Händler ihrer Beschäftigung nachgehen, und die Oberstadt, in der sich das Hauptquartier der Paladine sowie die Häuser der reichsten und vornehmsten Bürger befinden. In Khorinis kann der Spieler bei einem von drei Handwerksmeistern eine Ausbildung beginnen und für diesen arbeiten. Dazu gehören Harad der Schmied, Constantino der Alchimist und Bosper der Bogner. Um bei ihnen anzufangen muss man diese und noch zwei andere Meister, nämlich Matteo den Kaufmann und Thorben den Tischler, überzeugen.
Neben der Stadt gibt es auf der Insel einige Bauernhöfe, wo Ackerbau und Schafzucht betrieben werden. Die Bauern sind teilweise selbständig, teilweise Pächter des ansässigen Großbauern Onar. Auf Onars Hof, nördlich von Khorinis, ist auch das Söldnerlager, in dessen Nähe in den Bergen sich außerdem noch ein Banditenlager befindet. Etwas östlich der Stadt Khorinis liegt das Kloster der Feuermagier. Dort leben die Feuermagier und Novizen und üben sich in den Künsten der Magie, außerdem wird dort auch Wein produziert. Im Kloster werden dazu einige heilige Artefakte aufbewahrt.
Die Gilden
In Gothic II kann man sich im Spielverlauf entscheiden, welcher der drei Gilden man sich anschließen möchte. Das Spiel setzt aber, wie im ersten Teil, eine Gildenzugehörigkeit voraus, um die Handlung voranzutreiben. Anders als im Vorgänger bestimmt die Gildenwahl jedoch die Spielweise. So ist man als Söldner ein reiner Kämpfer, als Feuermagier ein reiner Magier und als Milizsoldat ein Kämpfer, der im weiteren Spielverlauf ein wenig Magie erlernen kann.
Miliz/Paladine: In der Stadt Khorinis kann man sich der Stadtmiliz anschließen. Sie sorgt in der Stadt für Ruhe und Ordnung und kümmert sich darum, dass die Bauern ihre Abgaben zahlen. Die Miliz ist treu zum König und untersteht mittlerweile dem Kommando der Paladine des Königs. Im weiteren Spielverlauf kann der Spieler zum Paladin des Königs erhoben werden. Die Paladine arbeiten eng mit den Feuermagiern zusammen und nennen sich auch die „Streiter Innos“. Um sich der Miliz anschließen zu können, muss der Held jedoch erst Bürger der Stadt Khorinis werden oder eine geheimnissvolle Diebesgilde vernichten. Um Bürger der Stadt zu werden muss der Held wiederum einen Beruf erlernen. Die Stadtmilizen tragen rot-silberne Uniformen und sind mit Breitschwertern und Armbrüsten mittelmäßig ausgerüstet. Die Paladine kämpfen ebenfalls mit Schwert und Armbrust, allerdings sind ihre Waffen dem Lichtgott Innos geweiht und somit stärker als gewöhnliche Klingen. Die Paladine tragen silberen Metallrüstungen. Die mächtigsten Paladine können eine spezielle Runenmagie wirken, die sich nur gegen böse Kreaturen des dunklen Gottes Beliar richtet.
Novizen/Feuermagier: Abgelegen in ihrem Kloster leben die Feuermagier, die schon aus dem ersten Teil bekannt sind (es sind allerdings nicht dieselben Personen). Die Feuermagier sind die Priester des Lichtgottes Innos und werden von den Bürgern von Khorinis voller Ehrfurcht betrachtet. Die meisten Bewohner des Klosters sind jedoch einfache Novizen, die für die Gemeinschaft alle Arbeiten verrichten, die im Kloster anfallen. Nur wenige Novizen werden von Innos erwählt, den Weg des Magiers einzuschlagen. Das Kloster darf nur von den Dienern Innos’ betreten werden (also den Magiern, Novizen und Paladinen). Um als Novize aufgenommen zu werden, muss man zunächst eine großzügige Spende entrichten. Die wichtigsten Feuermagier sitzen im Hohen Rat, angeführt von Meister Pyrokar. Die Novizen tragen eine Novizenrobe und als Zeichen ihrer Wehrhaftigkeit einen Kampfstab.Die Feuermagier verwenden vorrangig Runenmagie,sie kleiden sich in lange, rote Roben. Nur der Hohe Rat trägt noch stärkere Magierroben.
Söldner/Drachenjäger: Die Söldner stammen zum großen Teil aus der ehemaligen Strafkolonie des Minentals (kommen also auch in Gothic vor) und wurden vom Großbauer Onar angeheuert, um seine Felder und seinen Besitz vor dem Zugriff der Stadtmilizen zu schützen. Sie werden angeführt von Lee, einem verbannten General des Königs. Um bei den Söldnern aufgenommen zu werden, muss sich der Held erst deren Respekt verdienen. Wer sich nicht durchsetzen kann, hat keine Chance. Da sie den Bauernaufstand unterstützen, sind die Söldner in der Stadt eher unbeliebt und werden misstrauisch beäugt. Im weiteren Spielverlauf gesellt sich eine weitere Gruppierung zu den Söldnern, die sich Drachenjäger nennt. Diese Gruppierung besteht aus einigen Banditen, die ins Minental aufgebrochen sind, um nach Gold und Reichtum zu suchen, aber auch aus Söldnern, die dasselbe vorhaben. So werden einige NPCs, die zu Anfang noch Söldner sind, später zu Drachenjägern und helfen einem, sich gegen diese Wesen zu behaupten. Die Söldner stellen ihre Waffen und Rüstungen selbst her. Schwere Zweihänder und Äxte zählen zu ihren Lieblingswaffen. Ihre Rüstungen sind mit Fellen und Pelzen behängt. Die Drachenjäger tragen andere Rüstungen aus dunklem Leder, und besitzen außerdem noch einen Helm.
Charakterentwicklung
Zwar schlüpft der Spieler in die Rolle des No-Name-Charakters, dessen Fähigkeiten lassen sich jedoch weitestgehend auf die eigene Spielweise anpassen. Für erfüllte Aufträge und besiegte Gegner erhält man Erfahrungspunkte, die beim Erreichen eines Schwellwertes einen automatischen Stufenaufstieg auslösen. Für jede neue Stufe erhält man Lernpunkte zur individuellen Entwicklung des Charakters. Die Lernpunkte lassen sich bei verschiedenen NSC-Lehrmeistern in Talente investieren. Dazu gehören Kampfkünste, Magie, Handwerks- und Diebesfähigkeiten. Im Vergleich zum ersten Teil wurde das System verbessert, viele Fertigkeiten sind nun einfacher anzuwenden (z. B. Taschendiebstahl).
Kampfkünste
- Einhänder – Der Held kann alle einhändig geführten Waffen schlagkräftiger benutzen, und außerdem schlägt man ausgefallenere Attacken, wenn man gleichmäßig drückt(die Haltung des Schwertes ändert sich, die Spielfigur dreht sich im Kampf…)
- Zweihänder – Der Held kann alle zweihändig geführten Waffen schlagkräftiger benutzen.(außerdem zählt das gleiche wie mit Einhändern)
- Bogen – Der Held kann mit allen Bögen auf größerer Entfernung treffen UND richtet mehr Schaden an.
- Armbrust – Der Held kann mit allen Armbrüsten auf größerer Entfernung treffen und braucht nicht so lange zum Laden(Bolzen auflegen)
Handwerke
- Schwerter schmieden – Aus Rohstahl und ggf. magischem Erz lassen sich Schwerter schmieden. Man kann auch noch weitere Zutaten hinzufügen um die Waffe noch zu verstärken (z.B Drachenblut).
- Alchemie – Mit Hilfe von Kräutern, die in der Welt von Khorinis zahlreich wachsen, können Heil-,Mana- oder Geschwindigkeitselixiere hergestellt werden, aber auch permanente Stärke-,Mana- und Geschicklichkeitstränke.
- Tiere ausweiden – Der Held lernt, erlegte Tiere zu verwerten. Er kann z. B. das Fell abziehen und die Krallen oder Zähne herausziehen.
- Runenherstellung – Die Feuermagier stellen mächtige Zauberrunen her, mit deren Hilfe sie ihre magischen Kräfte wirken.
Diebesfähigkeiten
- Schleichen – Mit der Fähigkeit Schleichen kann man sich unbemerkt an Gegner an- oder an ihnen vorbeischleichen sowie nachts unbemerkt fremde Häuser betreten.
- Schlösser knacken – Der Held kann verschlossene Truhen öffnen und somit Leute bestehlen.
- Taschendiebstahl – Der Held kann während eines Gesprächs einen NSC bestehlen.
Fertigkeiten
- Stärke – Notwendig, um auf ein größeres Repertoire an Nahkampfwaffen zurückgreifen zu können, da bessere Waffen eine höhere Stärke benötigen.
- Geschicklichkeit – Um bessere Fernwaffen einsetzen zu können, ist eine hohe Geschicklichkeit vorausgesetzt.
QUELLE: www.wikipedia.org


